Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen, die mir bei einem meiner Vorträge passiert ist. Ich wurde von einer namhaften Organisation eingeladen, vor einem Fachpublikum einen Vortrag zu halten. Die Teilnahme an dem zweitägigen Kongress war inkludiert, daher bin ich einen Tag früher angereist. Es war mein erster Vortrag vor mehr als 200 Fachleuten und ich war entsprechend nervös. Ich habe viel Zeit in die Vorbereitung investiert und mich auch neu eingekleidet. Neuer Hosenanzug, neue Bluse und Stöckelschuhe. Dann stand ich in Zürich und hatte eine Bühne mit Holzboden, ohne Teppich vor mir – ideal für Stöckelschuhe. Die Rückwand des Saals war komplett verspiegelt. Ich musste mir selbst beim Reden zusehen. Das war eine absolute Extremsituation. Und ich verdanke es nur meiner Vorbereitung, dass ich meine Nervosität trotzdem in Zaum halten konnte.

Heute – einige Jahre und eine Vielzahl Vorträge später – bin ich immer noch nervös. Nervosität ist normal, es gibt aber Tricks, sie in Zaum zu halten. Welche das sind, möchte ich hier aufschreiben.

Perfekt passende Kleidung auswählen

Meine Vorbereitung beginnt beim Packen des Koffers. Ich trage bei Vorträge bevorzugt Hosenanzüge. Diese müssen nicht modern sein, aber sie müssen perfekt passen. Sie dürfen weder zu weit und vor allem nicht zu eng sein. Dazu trage ich T-Shirts mit doppelter Stofflage auf der Vorderseite. Diese sind unter keinen Umständen durchsichtig. Das gibt Sicherheit und verhindert das unbewusste Zurechtrücken der Kleidung. Die Schuhe müssen elegant, aber flach und bequem sein. Und ich bin geschminkt – dezent, aber geschminkt.

Räumlichkeiten inspizieren

Rechtzeitig vor meinem Vortrag, mindestens eine Stunde vorher, schaue ich mir an, wo ich meinen Vortrag halte. Wie sind die Räumlichkeiten – Größe, Bühne, Technik, Wandgestaltung. Ich kann mich dann gezielt darauf einstellen, was mich erwartet. Es gibt mir aber auch die Gelegenheit, noch Anpassungen am Setting vorzunehmen, meine Präsentation anzupassen oder andere Dinge zu regeln. Ich weiß rechtzeitig, ob ich mit Mikro sprechen werde oder ohne. Und jede Minute der Vorbereitung nimmt mir mehr von meiner Nervosität.

Mit Mikro sprechen

Das Sprechen mit Mikro war meine größte Angst. Aufgrund eines Problems mit meinen Stimmbändern muss ich so gut wie immer mit einem Mikro sprechen. Dabei beachte ich einige Grundregeln:

  • 1/2 Stunde vor dem Auftritt Getränke, die „kleben“ vermeiden – Cola, Kaffee, Säfte. Diese bewirken, dass man beim Sprechen schmatzt. Am besten nur stilles Wasser trinken.
  • Frauen habe eine andere Stimmlage als Männer. Mikros sind meist für Männer eingestellt, dadurch klingen Frauenstimmen sehr schrill. Ich ersuche daher den Tontechniker (soferne einer vorhanden ist), das Mikro passend für meine Stimmlage einzustellen.
  • Ich probiere das Mikrofon vor meinem Auftritt aus und lasse mir die Verwendung erklären.

All diese gibt Sicherheit und verringert die Nervosität. Es hilft, auf der Publikum professionell und kompetent zu wirken.

Die Technik im Griff

Eine Grundregel: Ich beherrsche die Technik und nicht die Technik mich. Egal mit welchem Gerät ich präsentiere, ich vergewissere mich vorab, dass alles funktioniert. Ich kläre ab, welche Technik ich vorfinden werde. Sei es das Notebook, die Version von Powerpoint und wie ich meine Unterlagen mitbringen soll. Ich habe alle notwendigen Adapter dabei und verfüge über eine Möglichkeit, den Computer / das iPad / das Tablet aus der Ferne zu steuern. Und sollte die Technik vor Ort nicht funktionieren, habe ich meine eigenen Geräte dabei.

Frau zu sein ist für mich keine Begründung, die Technik nicht zu beherrschen. Sollten Sie Probleme mit der Technik haben, lassen Sie sich vorab beraten und schulen. Oder engagieren Sie sich Unterstützung, die sich vor Ort für Sie um die Technik kümmert.

Den Text beherrschen und das Publikum einbeziehen

Ich lerne meine Vorträge nicht auswendig, aber ich weiß trotzdem genau, was ich sagen will. Ich übe den Text und optimiere die Länge, um die Zeit einhalten zu können. Wenn es die Dramaturgie erlaubt, baue ich Elemente ein, um auch mein Publikum einzubeziehen. Das ist natürlich abhängig von der Gruppengröße und der Art des Publikum. Lassen Sie (vorher abgesprochen) Texte vorlesen, Unterlagen verteilen oder was sich sonst zu dem Vortrag anbietet. Visuelle Anker erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Publikum später an die Präsentation erinnert.

Zum Abschluss ein Tipp speziell für Frauen

Ich schminke mich sehr selten. Aber wenn ich präsentieren muss, schminke ich mich zwingend. Dezent, aber ich gehe nie ungeschminkt auf eine Bühne, vor ein Publikum. Getönte Tagescreme, etwas Puder, Wimperntusche, Lidschatten und Augenbrauen betonen sind optional. Aber Lippenstift und Konturenstift müssen sein. Sie verhindern, dass der Mund optisch mit der umliegenden Haut verschwimmt und erzielt einen guten Eindruck beim Publikum.

Sollten Sie Unterstützung bei der Vorbereitung Ihrer Präsentation benötigen – sei es in technischer Hinsicht oder vom Inhalt her – zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.